Wie alles begann…

Ein Herzogssohn aus Kiel, der Zar von Russland wurde. Nur ein eher unscheinbares Gemälde dieses Prinzen hing im Kieler Rathaus. Das war alles, was bis zum Jahre 2008 in der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt an Carl Peter Ulrich von Holstein-Gottorf erinnerte.

Unbefriedigend“, befand Geschichtslehrer Jörg Ulrich Stange und stieß bei seinen Nachforschungen auf die gerade veröffentlichte Biographie der deutsch-russischen Journalistin Elena Palmer: „Der Prinz von Holstein“.

Nach dieser Lektüre stand fest: „Der Reformer auf dem Zarenthron verdient es, ein Denkmal gesetzt zu bekommen.“ Diesen Vorschlag der Autorin griff Jörg Ulrich Stange auf und lud gemeinsam mit Wolfgang Toerner und Prof. Helmut Grieser am 15. Dezember 2008 ein Dutzend Kieler Bürger in das Schloss der Landeshauptstadt ein, um einen gemeinnützigen Verein aus der Taufe zu heben. Der Name des Vereins war gleichzeitig das Programm: „Ein Denkmal in Kiel für Carl Peter Ulrich – Herzog von Holstein – Gottorf zugleich Zar Peter III. von Rußland e.V.

Rasch setzte sich in der Kieler Öffentlichkeit aus verständlichen Gründen allerdings eine Kurzform des langen Namens durch: „Der Kieler Zarenverein“. Damit ergänzten die Mitglieder nach zwei Jahren den Namen ihrer Organisation.

„Peter der Dritte, der Göttliche und Verehrte, wird auferstehen und wieder regieren. Und das wird nur für wenige verwunderlich sein.“

(Schleswig-Holsteinisches Landesarchiv, Autor unbekannt)

Die Pioniere

Bewußt wählte die Gründungsversammlung, darunter u. a. Historiker, Handwerker, Hausfrauen, Studenten, Ärzte und Verwaltungsbeamte, also ein Querschnitt der Bevölkerung, als Zielsetzungen ihrer Vereinssatzung die Erforschung und Darstellung der Landesgeschichte sowie die Förderung der deutsch-russischen Freundschaft.

 

Um die Öffentlichkeit über die historische Wahrheit aufzuklären, die in der verbreiteten Darstellung dieses deutschen Fürsten auf dem russischen Zarenthron meist sehr einseitig verzerrt erfolgte und besonders in diversen TV-Produktionen verfälscht wurde, konzipierte der Verein unter der Autorenschaft seines Vorsitzenden Jörg Ulrich Stange eine Ausstellung über Zar Peter III. Eigene Forschungen und Recherchen unter Heranziehung internationaler Quellen sowie seltenen Bildmaterials beeindruckten nicht nur geschichtsinteressierte Besucher, sondern überzeugten auch kritische Beobachter aus der wissenschaftlichen Fachwelt. Am 6. Februar 2012 erfolgte die Ausstellungspremiere mit Rednern der schleswig-holsteinischen Regierung sowie der Landeshauptstadt im Kieler Rathaus. Die einmütig positive Resonanz auf die Ausstellung führte zu weiteren Präsentationen in ganz Norddeutschland. Ein Katalog in mehreren Auflagen förderte das revidierte Bild, das die Öffentlichkeit sich nunmehr von Zar Peter III. anhand von ausgewählten und vergleichenden Quellenmaterials verschaffen konnte.

Der Verein

Es war die Ausstellung des Kieler Zarenvereins, die den europaweit tätigen und renommierten russischen Bildhauer Alexander Taratynov auf das Denkmalvorhaben in Kiel aufmerksam werden ließ. Zügig entstanden die Entwürfe eines für den Schlossgarten geplanten Denkmals. Kommunalpolitische Unterstützung erhielt der Zarenverein mit seinem Denkmalprojekt von der damaligen Stadtpräsidentin Cathy Kietzer, der es souverän gelang, die Zustimmung aller Ratsfraktionen der Landeshauptstadt für Taratynovs Zarendenkmal zu gewinnen. Vom ersten Entwurf bis zur feierlichen Enthüllung des Denkmals am Kieler Schloss vergingen nur zwei Jahre. In dieser relativ kurzen Zeitspanne gelang es dem Zarenverein die nötigen Sponsorengelder für Taratynovs Bronzeskulptur einzuwerben, so dass am 13. Juli 2014 die Bürger der Landeshauptstadt Kiel die Rückkehr des Zaren Peter III. als lebensgroße Bronzefigur an seinen Geburtsort erleben konnten.

Doch mit der Verwirklichung des Denkmals ist der Kieler Zarenverein nach seinem Selbstverständnis nicht etwa obsolet geworden. Seine Mitglieder arbeiten weiterhin engagiert daran, das in der Literatur fehlerhafte und überkommene Bild Peters III. mit eigenen Veröffentlichungen zu korrigieren. Darüberhinaus wird die ambivalente Persönlichkeit des deutsch-russischen Kaisers und Herzogs den Bürgern Kiels und Schleswig-Holsteins durch Veranstaltungen der unterschiedlichsten Art durchaus auch in unterhaltsamer Weise präsentiert.

Der Vereinsvorstand

Seit dem 21. Februar 2018 hat der Verein folgende Vorstandsmitglieder gewählt und bestätigt.

 

Vorsitzender: Jörg Ulrich Stange
Stellvertretende Vorsitzende: Ulla Miéville
Schriftführerin: Irmentraud Gehl
Schatzmeister: Martin Schulz
Stellvertretender Vorsitzender: Olaf Studt

 

Der Vorstand führt die Geschäfte des Vereins und vertritt den Verein nach außen in allen rechtlichen und wirtschaftlichen Belangen und Fragen. Die Mitglieder des Vorstandes sind alle ehrenamtlich tätig.

Ein Jubiläum

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In diesem Jahr 2018 darf der Kieler Zarenverein auf 10 erfolgreiche und schöne Jahre seit seiner Gründung zurückblicken. Anlässlich dieses Jubiläums bekommt der Verein ein neues Gesicht und auch einen neuen modernen Webauftritt.

Links ist das neue Logo des Kieler Zarenvereins zu sehen. Es zeigt den Dreispitz und ein Banner in Schalform, der beide Flaggen (Russland und Schleswig-Holstein) in sich vereint. Der Kopf oder das Gesicht bleibt bewusst leer – der Platz für den Zaren Peter III. Die Schrift erhält eine zeitlose und elegante Typografie, angelehnt an die der römischen Antike.

Sowohl Logo als auch Webseite wurden vom Kieler Designer Michael Haak gestaltet, der seit über 20 Jahren international im Bereich der Corporate Identity und der Markenführung tätig ist.

 

www.mplusdesign.com